Das Stimmen der Harfe – Teil 1

Das ist eine Anleitung zum Stimmen.

Vergewissere Dich vor dem Spiel, dass Deine Harfe gestimmt ist. Es schult Dein Gehör! Außerdem macht das Spielen auf einem auch nur leicht verstimmten Instrument keine Freude. Wenn eine gute Harfe immer im gleichen Raum steht, wird die Stimmung sehr lange halten. Durch verschiedene Einflüsse, vor allem durch Veränderungen der Luftfeuchtigkeit, wird sich die Harfe jedoch immer mehr oder weniger verstimmen.

Mit den modernen elektronischen Stimmgeräten ist ein exaktes Stimmen in relativ kurzer Zeit möglich.

Einige kurze, aber wichtige Hinweise:

Drehe den Wirbel der zu stimmenden Saite nur dann höher, nachdem du sie angeschlagen hast und während sie nachklingt. So hörst Du sofort an der Änderung des Tones, ob du den Stimmschlüssel auch auf den richtigen Wirbel gesteckt hast.

Solltest Du während des Stimmens kurz abgelenkt sein oder irgendetwas Wichtiges zwischendurch zu erledigen haben, vergiss bitte auf keinem Fall, den Stimmschlüssel vorher vom Wirbel abzunehmen. Denn wenn er dort unbeaufsichtigt daran steckt, genügt ein versehentlicher Stoß, dass er sich löst und herunterfällt. Und die erste Macke auf der schönen Resonanzdecke ist ein schlimmes Malheur.

Wir stimmen wir die Harfe  in Es-Dur, da in dieser Tonart alle Saiten frei schwingen; das heißt, wenn keine Halbtonumschalter oder Pedalmechaniken die Saiten erhöht haben. Es-Dur ist die normale bzw. traditionelle Grundstimmung für irische Harfen und Einfachpedalharfen.

Wir haben zwar die Möglichkeit, mit den Halbtonumstimmern die Harfe in die Tonart C-Dur einzurichten und dann mit dem elektronischen Stimmgerät die C-Dur-Reihe durchzustimmen. Dabei werden jedoch einige Saiten durch die Klemme der Halbtonschalter gezogen. Saitenschonender jedoch ist daher das Stimmen, wenn alle Saiten frei schwingen.

Die handelsüblichen Stimmgeräte haben die amerikanische Tonbezeichnung „B“ für unser gebräuchliches deutsches „H“. Außerdem haben die elektronischen Geräte entweder Anzeigen für die chromatische Tonleiter oder die Kennzeichnung # für einen Halbtonschritt nach oben.

Daher finden wir die Töne der Es-Dur bei vielen  Stimmgeräten auf folgende Weise:

  • „es“ ist ein „dis“ am Stimmgerät (d mit #)
  • „f“ ist ein „f“ am Stimmgerät
  • „g“ ist ein „g“ am Stimmgerät
  • „as“ ist ein „gis“ am Stimmgerät (g mit #)
  • „b“ ist ein „ais“ am Stimmgerät (a mit #)
  • „c“ ist ein „c“ am Stimmgerät
  • „d“ ist ein „d“ am Stimmgerät

Fortsetzung: Teil 2

2 thoughts on “Das Stimmen der Harfe – Teil 1

  1. Hallo, wie kann man eine Harfe auch ohne elektronisch-digitales Stimmgearät stimmen? Wir haben die Musiker ihre Harfen vor dem digitalen Zeitalter ihre Harfen gestimmt? Ausschließlich mit dem Gehör oder gab es dafür Instrumente, wie die Stimmgabel für die Gitarre?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    1. Hallo Nicki,
      man hatte früher – all die Jahrhunderte – keine andere Möglichkeit, als mit dem eigenen Gehör zu stimmen. Vielleicht sollte man dazu auch noch wissen, dass damals das Gehör der Menschen noch nicht solchen Verzerrungen ausgesetzt war wie heute, wo wir tagtäglich mit mit digitaler und analog-elektrischer Musikkonserven beschallt werden. Natürlich benötigte man einen Ausgangston oder Grundton von einem anderen Instrument.
      Die Vorgangsweise wäre folgende (ich musste das selbst noch in der Musikschule lernen): Ausgehend vom Grundton kann man recht gut alle Oktaven dazu stimmen . . . und die Quinte dazu. Z. B. Start- und Grundton F: 1. Schritt: alle f der Harfe stimmen. dann als 2. Schritt: das c. F und C lassen sich als reine Quinte sehr gut „hören“. Dann all C-Oktaven. Weiter mit der Quinte über dem C: das G . . . usw.
      Auf diese Art kann man in 7 Schritten alle Töne und alle Oktaven durchstimmen. Nun kommt aber die Schwierigkeit: Wenn es „rein“ gehört wird, stimmt das Instrument NUR in der Grundtonart (mit der gestartet wurde) in F-Dur sauber und schwebungsfrei. Für eine andere Tonart müsste von einem anderen Grundton aus alles noch einmal durchgestimmt werden.
      Aus diesem Grunde kam es (zu Bach´s Zeiten) zur Herausbildung der „gleichtemperierten Leiter“ in der alle Intervalle in allen Tonleitern gleich groß sind. Das wird dann für das Gehör sehr schwierig, weil man die Terzen eigentlich immer etwas „unsauber“ stimmen muß, damit es für alle Tonarten passt. Ich hoffe, ich konnte einen kurzen Einblick geben über die Problematik des „Stimmens nach Gehör“.

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